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Notiz-Blog: St. Marxer Friedhof

Wo finden sie den „Erfinder eines giftfreien Emails“?* Was haben ein bürgerlicher Kanalräumer, ein bürgerlicher Schmalzhändler und ein bürgerlicher Zier-, und Lustgärtner mit einem Adjunkt der k.k. Staats-Schulden-Direction, einem k.k. Feldwebel beim Flottillen Corps und einem Direktions-Correspondenten der k.k. Donaudampfschifffahrtsgesellschaft gemein?

Sie alle haben ihre letzte Ruhestätte auf dem St. Marxer Friedhof.
In Simmering, in der Leberstrasse 6-8 befindet sich der Friedhof, den Touristen gerne aufsuchen, um ein Foto von Mozarts Grab zu machen. Ich empfehle, den Friedhof an einem Sonntag oder Feiertag zu besuchen, da bleibt einem der Fahrzeuglärm der A23 erspart. Auf einem Rundgang durch die Anlage gibt es unter anderem folgende Berufsbezeichnungen lesen: Pfarrer in der Vorstadt, gemeiner Bierversilberer, akademischer Kupferstecher, fürstlich Liechtensteinischer Canzlei-Canzlist, Escompte Cassier der k.k. priv. 1ten österr. Sparkasse, gewesener Germverschleißer, k.k. Hof-Mundwäscherin sowie eine k.k. Hofschauspielersgattin, k.k. Kreisamtsgattin oder eine bürgerliche Flecksiedersgattin.

Der Friedhof wurde 1784 bis 1874 belegt und wird derzeit wieder renoviert. Wer den intensiven Duft von Flieder mag, sollte den letzten Biedermeierfriedhof der Welt Ende April – Anfang Mai besuchen. Und Zeit und Muße mitbringen, um in eine versunkene Welt einzutauchen.

*Grabstelle 21A -8, Adolf Martin Pleischl war Professor der Chemie und erfand ein unschädliches, metallfreies Email.

Links:
www.wien.gv.at/umwelt/parks/anlagen/friedhof-st-marx.html
www.wien.gv.at/kultur/abteilung/altstadtfonds/st-marx.html

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