Krankenhaus Nord – Die Böhm war da.

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Ein Blick auf die Baustelle, „Probeliegen“ in den Muster-Krankenzimmern und Gespräch mit dem Architekten DI.Dipl.TP Albert Wimmer.

In der Brünner-Strasse 68 in Wien-Floridsdorf entsteht das Krankenhaus Nord. Spatenstich war im Jänner 2012, 2015 ist die erste Teil-Inbetriebnahme geplant. Im Infocenter vis a vis in der Brünner-Strasse 73 (Mittwoch u.Donnerstag 13-17:00 und nach Vereinbarung (01 404 09 -70608) sind ein Einzelzimmer, ein Doppelzimmer, Wartebereich, Empfang, Büro-, und Sozialräume in der geplanten Ausstattung zu besichtigen. Einen guten Ausblick auf die Baustelle bietet der Balkon.

DI.Dipl.TP Albert Wimmer, Sieger des internationalen Architekturwettbewerbs 2008, erläutert mir im Gespräch einige Eckpunkte und Prinzipien des von ihm und seinem Team geplanten Wohlfühlspitals des 21.Jahrhunderts: „Wichtig ist uns die hohe Qualität für alle, die im Spital sind. Die Patienten, die Mitarbeiter und die Besucher. Den Abbau der Schwellenängste erreichen wir durch Öffnung des Krankenhauses zur Stadt. Kurze und kreuzungsfreie Wege für Besucher, ambulante und stationäre Patienten sind wichtig. Licht-Atrien, so zahlreich wie Löcher im Schweizer Käse, bringen Tageslicht und Transparenz z.B. bei den Warteräumen der Ambulanzen. Die leichte, nicht bedrückende Atmosphäre fördert die Heilung und verkürzt die Verweildauer im Spital. Das freut die Patienten und den Spitalserhalter. Der mobile Schrank zur Verwahrung von Hab und Gut begeleitet von der Aufnahme bis zu Entlassung und hilft die Individualität zu wahren. Infotainment (Bildschirm für TV-Unterhaltung, zum Abruf der Krankengeschichte und persönlichen Daten) gibt es an jedem Bett. Alle Krankenzimmer sind zum Park orientiert, es wird mehrere Therapiegärten geben. Mobilität und Flexibilität begünstigen wir durch ein modulares System. Das KH erhält ein Simulationszentrum, in dem die Teams Abläufe üben und optimieren können. Schulungs-, und Konferenzräume, eine Ladenpassage mit Apotheke und ein Standesamt gehören auch dazu. Wir haben das Beste von den Pavillonspitälern des 19.Jahrhunderts mit den Vorteilen der konzentriert-komprimierten Spitäler vereint. Architekten können nur die Basis und die Konditionen schaffen. Entscheidend aber ist die Spitzenmedizin – die Menschen, die hier arbeiten werden. Wir werden mit dem KH Nord ein neues Zentrum in Floridsdorf schaffen.“

Details wie Raumkonzepte, Materialien, Nachhaltigkeit u.v.m. folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Areal ist 113.000 m2 groß, das KH wird eine Bruttogeschoßfläche von 160.000 m2 sowie eine Grünfläche von 45.000 m2 haben. Rund 800 Betten in hauptsächlich Ein-, und Zweibettzimmern werden von 2000 Mitarbeitern betreut.

Links:

www.wien.gv.at/gesundheit-soziales/kh-nord-info.html

www.awimmer.at

www.wienkav.at/kav/khn-pm/

7 KOMMENTARE

  1. Bomben und Blindgänger

    Im November 2012 gab er bereits zweimal Bombenalarm und Sperre der Baustelle samt Evakuierung angrenzender Wohnhäuser, der WU und von Firmengebäuden. Insgesamt 3 Fliegerbomben, Relikte aus dem 2.Weltkrieg, der Bombardierung des Floridsdorfer Bahnhofs und der ÖBB Werkstätten, konnten entschärft werden.

  2. Franz Jonas Spital

    http://tvthek.orf.at/programs/70018-Wien-heute/episodes/5067231-Wien-heute/5070463-Franz-Jonas-Spital

    Hier ist freilich gleich eine Namensähnlichkeit mit dem „Kaiser/Franz Josef“ Spital gegeben http://www.wienkav.at/kav/kfj/ , die vermutlich zu Verwirrungen führen wird, obwohl das KFJ ja jetzt eigentlich „Sozialmedizinisches Zentrum Süd“ heißt…

    So viel ich z.B. bzgl. des „KH Hietzing“ erfahren habe, kennen dies die Taxler noch immer unter „KH Hietzing“.

    Sollte dort je wieder ein MORD stattfinden http://de.wikipedia.org/wiki/Todesengel_von_Lainz , können heute schon Tipps abgegeben werden, wie dies KH dann in Zukunft heißen wird… Namen über Namen…

  3. KH Nord aktueller Stand September 2013

    Liebe Christine, danke für den Link! ich war letzte Woche auf der Baustelle und werde demnächst neue Fotos online stellen. LG Stefanie

  4. Probleme beim Spitalsbau. Link zur Presse vom 08.Juni 2014 Seite 9

    Lesenwert ist der Bericht von Martin Stuhlpfarrer in DIE PRESSE vom 8.Juni 2014 mit dem Titel: Spital Nord:Das nächste Problem.

    Wohl auch deswegen ging die Dachgleichenfeier am 12.6.2014 mit wenig medialem Getöse über die Bühne.

  5. Im KURIER vom 24.07.2017 schreibt Ernst Mauritz auf Seite 19 „Mit Architektur Stress reduzieren“. Interessant, dass zB. helle Räumlichkeiten und Grünflächen in Spitälern das Befinden der Patienten positiv beeinflussen. Auswirkungen sind kürzere Aufenthalte, Reduktion von Schmerzmitteln und größere Zufriedenheit bei Patienten und Personal. Das Krankenhaus Nord wird dafür weitere Bestätigung liefern.

  6. Das Krankenhaus Nord ist krank. Es ist noch immer in aller Munde und in allen Medien. Bauverzögerungen, Terminüberschreitungen, grobe technische Mängel, fehlerhafte Ausschreibungen, Fehlentscheidungen, schlechte oder gar keine Kontrollen, Missmanagement und Chaos sind die häufigsten Schlagworte. Der aktuelle Rechnungshofbericht zeigt die Krankheitssymptomatik auf. Ich befürchte, hier kann nur mehr ein Wunderheiler helfen.

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